Angst

Jeder von uns kennt Gefühle von Angst – sei es die Angst vorm Sterben, vor Unfällen, vorm Armwerden, vor Krankheiten, vor Verlusten oder vor Schmerzen. Ängste sind ein zentrales Thema in unserem Leben. Zunächst einmal, ohne Angst könnte der Mensch heute kaum leben und seine Vorfahren hätten es schon gar nicht gekonnt. Die Angst warnt uns und hält uns davon ab, unverantwortliche Risiken einzugehen. Angst ist eigentlich was gutes, weil sie ein natürliches und lebensnotwendiges Gefühl ist. Sie schützt uns, indem sie uns alamiert, wenn wir in Gefahr sind.. Angst ist zunächst ein Grundgefühl, das auf der Ebene von Instinkten und Reflexen mit uns verbunden ist und das ist gut so, weil es nötig ist, für Momente der Bedrohung des Körpers und des Lebens.

Was aber , wenn unsere Ängste dafür sorgen, dass wir uns in einem emotionalen Gefängnis bewegen.. wenn sie unsere Lebensenergie und vor allen Dingen, unserer Lebensfreude beraubt. Wir haben Angst etwas falsch zu machen und zu versagen. Wir haben Angst, die Kontrolle zu verlieren. Wir haben Angst davor, ein Risiko einzugehen. Wir haben Existenzängste und finanzielle Ängste. Wir haben Angst nicht attraktiv genug zu sein, oder wir haben Angst davor, nicht geliebt zu werden. Wir haben Angst vor dem Alleine sein. Wir haben Angst davor, keine guten Eltern zu sein…usw. Diese Liste könnte ich seitenweise fortführen.

Lass uns mal einen Moment, die in meinen Augen weit verbreitete Angst „etwas falsch zu machen“ ganz objektiv betrachten :
Stell Dir vor, Du hast diese grundsätzliche Angst, etwas falsch zu machen. Daher versuchst Du immer alles richtig zu machen…. ganz ehrlich, alleine beim durchlesen dieses Satzes wird doch schon deutlich, wie utopisch das eigentlich ist.. oder 😉
Wie sehr beeinflusst diese Angst dein tägliches Leben.. deine Arbeit, deine Familie, Partnerschaft und Freundschaften..
Macht diese Angst nicht einen ganz anderen Menschen aus dir?
Und jetzt stell dir vor, wie du handeln, agieren und reagieren würdest, wenn du diese Angst nicht hättest.

………………………………

Werden wir uns bewusst, Ängste sind Mechanismen, die uns in unserem Opferdasein festhalten. Ängste schränken unsere Lebensqualität ein und lähmen. Sie halten uns klein und dazu zählen auch die sozialen Ängste, Höhenängste, Zukunftsängste, Ängste vor Prüfungen, vor Insekten, vor Armut und so weiter und so fort.

Angst ist ein Produkt unseren Bewusstseins, unserer Gedanken, die unser Ego gestalten. Es sind Gedanken des Trennungsbewusstseins, die Angst und Leid in uns hervorrufen. Wenn wir erkennen, dass wir mit allen und allem eins sind, kann und wird das alle Angst und alles Leid wegschmelzen. Wir wissen, dass Glaubenssätze nur ein Konstrukt unserer Gedanken sind.. Gedanken nur Energie sind und wir immer den freien Willen haben, diese jetzt und hier und wann immer wir wollen, diese zu ändern.

Aber was können wir jetzt tun, damit Ängste nicht mehr unser Leben und Handeln bestimmen.. Im Prinzip ist es eigentlich ganz einfach..

ENTSPANNUNG

Angst bedeutet immer Anspannung! Wenn wir ängstlich sind, sind wir angespannt. Und wir können keine Angst haben, wenn wir entspannt sind. Angst und Entspannung gleichzeitig geht nicht. Wenn wir dafür sorgen, dass wir so oft und gut wie möglich im entspannten Zustand sind, können wir uns unsere Ängste weg trainieren. Ja klar, ich seh gerade den einen oder anderen den Kopf schütteln 🙂 .. gerade mir ist sehr bewusst, dass die Realität sehr viel komplexer ist und dass das alles nicht so einfach ist.. aber denkt dran – Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn wir jeden Tag einen Moment der Entspannung widmen, sei es es eine kurze Meditation, ein Vollbad, ein Innehalten, um für etwas dankbar zu sein, die Natur geniessen oder was auch immer dir gut tut, dann haben wir schon einen riesen Schritt in Richtung Entspannung getan 🙂

und noch etwas

Ich habe Angst. Das ist ein Satz, vor dem du dich nicht verstecken musst. Denn es ist nicht schlimm, Angst zu haben, und es ist auch keineswegs ein Zeichen für Schwäche, wie es andere oft darstellen wollen. Man sollte also zu seiner Angst stehen und mit anderen Personen darüber reden. Jedoch ist es wichtig, sich seine Angst nicht immer vorzuhalten, sowie sich einzureden, da diese dadurch noch verstärkt wird. Meine Devise lautet also: Verstecke dich nicht hinter deiner Angst, hör auf dich dafür zu schämen und gehe offen damit um.

Jeder, der mit seinem Verstand identifiziert ist 
statt mit seiner wahren Stärke – dem tieferen, im Sein verankerten Selbst, 
wird die Angst als ständigen Begleiter haben.

Eckhart Tolle

7 Kommentare zu „Angst

  1. Wie ist das mit Phobien? Ich habe arge Höhenangst, bekomme Panikattacken. Da setzt alles Denken aus, ich bekomme Atemnot und bin kurz vor dem Kollabieren. Das war schon immer so, seit meiner frühesten Kindheit. Beim Meditieren kann ich allerdings hoch am Himmel schweben, ich fliege mit dem Adler – und ich verspüre Null Angst. Ich finde bis jetzt dazu keine Erklärung.

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    1. Liebe Ingeborg..meiner Meinung nach, sind auch Phobien nichts anderes als ein Konstrukt unserer Gedanken. Ist diese Angst reell ? Passiert mir wirklich etwas?..mal jetzt ganz objektiv betrachtet oder ist es „nur“ der Gedanke, DAS mir etwas passiert?
      Zunächst einmal ist Höhenangst eine biologische sinnvolle Alarmreaktion des Körpers, die schon bei Kleinkindern vorhanden ist. Schließlich ist ja unser Leben in Gefahr, wenn uns der Boden unter den Füßen weggezogen wird und wir in die Tiefe stürzen. Vielleicht basiert ja deine Höhenangst aus einer viel tieferen, unbewussten Angst..die Angst den Boden unter den Füßen zu verlieren.
      Die ganzen Begleiterscheinungen einer Panikattacke.. die ich nebenbei bemerkt mehr!! als gut kenne..resultieren aber auch nur aus unseren Gedanken und vor allem aus der Angst vor der Angst!! Sich das immer wieder bewusst zu machen..immer wieder daran zu arbeiten, diesen Gedanken nicht immer die Macht zu überlassen und sich tatsächlich so oft wie möglich in Entspannungstechniken zu üben, um sich dabei bewusst zu machen, dass das alles nur Gedanken sind..kann äußerst hilfreich sein.
      Und nur weil etwas immer schon so war, heißt es noch lange nicht , dass es immer so bleiben muss. Werde dir bewusst..Du bist dieser Adler in deiner Meditation.. dein Unterbewusstsein zeigt es dir doch überdeutlich 🙂

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  2. Vielen Dank für die Infos. Eigentlich resultiert meine Höhenangst aus keiner reellen Angst. Ich weiß, dass mir nichts passieren kann und wird. Mein Kopf weiß das und trotzdem kann ich es nicht kontrollieren. Da klinkt etwas aus …. ich kann ja nicht mal ein Foto anschauen, die z.B. einen Bergsteiger in der Wand, ohne Beklemmungen zu verspüren. Und da bin ich nun wirklich nicht in Gefahr. Vielleicht reicht diese Angst in eine frühere Inkarnation zurück (ich hab mich mal im Traum als Kampfflieger im I.WK gesehen. Meine Maschine wurde getroffen und ich stürzte mit der brennenden Maschine ins Meer.

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    1. Da sagst du was.. Ja auf alle Fälle ist es so, dass wir Ängste, meist die wir nicht erklären können, bzw verstehen, warum die jetzt da sind, aus früheren Inkarnationen mitnehmen.Verstehen hat ja was mit dem Verstand zu tun und der will gefüttert werden. Jetzt wäre es wieder gut zu sehen..dass das alles wieder eine Kopfsache ist 😉
      Wir beschäftigen uns mit Ursachenforschung, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade bei tiefen Ängsten, das sehr mühselig ist. Sicher ist es gut zu wissen, wo die Wurzel des Übels ist..gerade bei Krankheiten.. aber manchmal läuft es daraus hinaus, das man vor lauter denken, sich eigentlich nur im Kreis dreht und diese Angst als negativ empfindet. Ja klar..logisch ist sie negativ..aber damit verstärkt man sie eben auch. Verstehst du was ich meine?
      Wenn man aufhört , sie abzulehnen und die Angst als einen Teil von sich zu sehen..dann übernehme ich Verantwortung für mein Wohlbefinden.. weil indem ich die Angst annehme..kann sie auch endlich gehen. Um die Angst anzunehmen, wäre es gut eine Konfrontationstherapie zu machen. Das würde ich aber nur mit jemanden machen, zu dem du absolutes Vertrauen hast. Es ist auf alle Fälle möglich , dass du und dein Körper schrittweise lernen könnt, Höhen nicht mehr als Bedrohung zu sehn

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  3. Ich finde das Respekt es besser trifft als Angst, wenn es um das Leben und die Gesundheit geht. Ängste habe ich auch. Meist Stelle ich mich ihnen. Nur dem Autofahren nicht. Ich bin viel gefahren und irgendwann kam der Punkt und ich wollte nicht mehr. Aber ich denke, das etwas anders als Angst dahinter steckt

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    1. Liebe Birgit..ich finde es wirklich toll, wenn du dich deinen Ängsten stellen kannst. Leider ist das für einige von uns sehr schwierig 😉
      Ich gebe dir recht, das man Angst auch als Respekt empfinden kann.. was für mich jetzt wieder ein anderes Thema wäre. Angst zu transformieren in Respekt.. danke für den Gedanken

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  4. Übrigens: ich habe im Laufe meines Lebens immer wieder versucht, mich meiner Höhenangst zu stellen. Bin mit Seilbahnen gefahren, bin auf Türme geklettert (innen natürlich) und hab dann in den Abgrund geschaut, war aber jedes Mal kurz vor dem Umkippen. Es hat sich in den letzten Jahren ein klein wenig gebessert, aber nur ein ganz kleines bisschen. Egal, es ist wie es ist. Ich habe mein ganzes bisheriges Leben damit gelebt und es ist für mich nicht mehr wirklich wichtig. Ab einem gewissen Alter wird man gelassener.

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